Angst vor dem Lektorat? So besiegst du sie und findest deinen Mut

Mia GriesKreatives LebenLeave a Comment

Angst vor dem Lektorat? So besiegst du sie

Dein eigenes Buch, dein Wortbaby, ins Lektorat zu geben, ist ein außergewöhnlicher Moment. Du bist aufgeregt. Dein Herz pocht und am liebsten würdest du es dir noch mal anders überlegen, bevor du die Mail an deine*n Lektor*in schickst. Kennst du diese Gefühle? Ich verrate dir, wie du deine Angst in Vorfreude aufs Lektorat verwandelst! Denn das Lektorat soll kein Quell des Unglücks sein – es soll dich weiterbringen und deinen Roman oder dein Sachbuch vergolden.

Letztens habe ich auf Instagram geschrieben, wie schlimm ich es finde, dass viele Selfpublisher Angst vor dem Lektorat haben. Dir das Gefühl zu geben, dass dein Buch bei mir gut aufgehoben ist, ist darum das Wichtigste überhaupt für mich! Zum Glück haben sich auf meinen Post viele Lektor*innen gemeldet, die ebenso viel Wert auf ein wertschätzendes Feedback geben wie ich. Der Konsens unter meinen Kolleg*innen war klar: Keine*r soll Angst vor dem Lektorat haben müssen! Ich gebe dir gerne ein paar Tipps an die Hand. So schaffst du es, deine Angst in Mut umzuwandeln und den „Senden“-Button furchtlos zu drücken!

Feather45@small

Gib dein Bestes beim Schreiben

Ein Lektorat veredelt ein gelungenes Manuskript. Ein*e Lektor*in ist jedoch nicht dazu da, um dein Buch zu vervollständigen oder komplett umzuschreiben. Das heißt: Gib alles, und das Lektorat wird deinen Roman oder dein Sachbuch zu seiner bestmöglichen Version machen!

Wenn du dir denkst „Ich will das Buch jetzt endlich veröffentlichen, egal, ob es wirklich gut ist!“, ist dein Manuskript noch nicht reif für das Lektorat. Überarbeite es lieber noch, bis du es guten Gewissens abgeben und nicht nur vom Tisch haben möchtest. Wie schon Charles Bukowski sagte: „If you are going to try, go all the way“ („Wenn du es versuchen willst, dann geh bis zum Ende“). Gib nicht mittendrin auf – nur, weil du denkst, du kannst es nicht besser. Bleib dran!

Arbeite so lange an deinem Manuskript, bis es dir selbst richtig gut gefällt. Es sollte sich rund anfühlen und dir ans Herz gewachsen sein. Dann kannst du es ganz selbstbewusst an dein*e Lektor*in rausschicken. Die Vorfreude auf das professionelle Feedback wird die Angst in die Schranken weisen!

Finde die richtige Lektorin oder den richtigen Lektor für dich

Hast du ein Kind oder ein Begleittier? Wenn du eine*n Babysitter*in brauchst oder eine*n Sitter*in für dein Tier, wirst du sicherlich viel Wert darauf legen, dass du der Person vertraust. Ähnlich ist es beim Lektorat: Zwischen Autor*in und Lektor*in sollte die Basis und die Chemie stimmen. Das heißt im Einzelnen, es sollte

  • Vertrauen,
  • Respekt
  • und Wertschätzung

herrschen – auf beiden Seiten!

Du hast Bedenken, ob du die richtige Person ausgewählt hast? Dann suche dir lieber jemanden, dem du uneingeschränkt vertraust. Ein*e respektvolle*r Lektor*in sorgt dafür, dass du konstruktives Feedback bekommst. Sie oder er weiß um das Vertrauen, das du aufgebracht hast, und wird deinen Text dementsprechend behandeln!

Auf Instagram habe ich ein paar Beispiele dafür aufgezählt, wie sich dieser Respekt äußert. Es geht nicht darum, dir (also der Autorin oder dem Autor) zu sagen, was du alles schlecht gemacht hast – stattdessen macht ein*e respektvolle*r Lektor*in aufmerksam auf Stellen, die verbesserungswürdig sind. Am besten gleich mit einem konkreten Tipp.

Dies schließt auch die Wertschätzung mit ein: Ein gutes Lektorat vom Profi kann nicht billig sein, denn es braucht Zeit. Wenn du ein konstruktives Feedback haben möchtest, das dich wirklich weiterbringt, solltest du bereit sein, etwas darin zu investieren. Dein*e Lektor*in lebt schließlich von diesem Beruf – und möchte genug Zeit für dein Werk aufbringen können.

Wenn sich alles stimmig für dich anfühlt, hast du die richtige Lektorin oder den richtigen Lektor gefunden!

Tipps, um die Angst vor dem Lektorat zu verlieren

Verändere negative Glaubenssätze

Im ersten Abschnitt habe ich den Glaubenssatz „Ich kann es nicht besser!“ erwähnt. Er gehört zu einem Problem, das viele Menschen haben: den Gedanken, nicht gut genug zu sein. Dieser Gedanke führt auch zur Angst vor der Abgabe deines Buches.

Ich schreibe dir drei negative Glaubenssätze auf, die ich von Selfpublishern im Zusammenhang mit dem Lektorat gefunden habe:

„Mein Manuskript ist nicht mehr MEIN Text, wenn es vom Lektorat zurückkommt.“
„Ich kann mir ein Lektorat nicht leisten.“
„Ich tauge nicht als Autor, wenn der Lektor viel an meinem Text verändert.“

Kennst du diese Gedanken? Ich formuliere sie mal für dich um, damit sie sich in etwas Positives verwandeln:

„Wenn mein Manuskript vom Lektorat zurückkommt, ist es immer noch mein Text – aber mit Tipps, wie ich ihn auf ein noch höheres Level heben kann.“
„Ich möchte mir ein Lektorat leisten und suche nach Lösungen, um eines für mein Buch anfragen zu können – zum Beispiel Ratenzahlung.“
„Wenn der Lektor viel an meinem Text verändert, werde ich davon etwas lernen und als Autor*in noch besser werden.“
(Hier muss ich dazusagen: Ich werde als Lektorin niemals deinen Text ohne dein Einverständnis verändern, sondern nur Vorschläge zur Änderung machen, die du annehmen oder ablehnen kannst.)

So kannst du mit all deinen negativen Glaubenssätzen vorgehen, wenn du sie entdeckt hast. Wandele sie in positive Aussagen um, die dich bestärken und motivieren!

In meinem Blogartikel mit Produktivitäts-Tipps findest du mehr Informationen zum Thema „Glaubenssätze“ und ein Freebie zum Ausdrucken, um ins Schreiben zu kommen.

Du hast das Gefühl, dass ich die richtige Lektorin für dich bin? Dann schau dir mein Angebot „Schwungfeder“ für Selfpublisher an!

Übe dich in Selbstreflexion und stärke dein Selbstbewusstsein

Das Lektorat ist für dich ein Schmerzpunkt? Dann könnte es dir weiterhelfen, wenn du dich mit Selbstreflexion und der Stärkung deines Selbstbewusstseins befasst. Deine Denkprozesse (wie im vorherigen Abschnitt beschrieben) und deine eigene Sicht auf dein Können beeinflussen sehr, wie du mit Kritik umgehst.

Das Lektorat ist eine Art von Kritik an deinem Werk – aber eine, die du selbst in Auftrag gibst, um besser zu werden. Ein Lektorat wird dir nicht helfen, wenn du von dir denkst, dass du ein*e schlechte*r Autor*in bist oder wenn du andere Zweifel an deiner Schreibkunst hast. Es wird dich nur bereichern, wenn du um deine Stärken weißt und selbstbewusst bist, aber dir auch Schwächen eingestehst. Wenn du Probleme mit deinem Selbstbewusstsein hast, kann es sein, dass du jede kleine Änderung persönlich nimmst und sie dich schmerzt. Dann schadet das Lektorat mehr, als zu helfen. Im schlimmsten Fall nimmt es dir die Freude am Schreiben.

Es ist wichtig, dass du an dem Punkt bist, an dem du gutgemeinte Hilfestellungen annehmen willst – um zu wachsen, ohne dich schlecht zu fühlen. Mein Rat: Lass erst einmal ein paar Kapitel deines Romans oder Sachbuchs lektorieren. So testest du, wie du mit dem Feedback zurechtkommst. Wenn du merkst, dass es dir zu sehr an die Nieren geht, ist es an der Zeit, dich in Selbstreflexion zu üben und dein Selbstbewusstsein zu stärken.

Feather77@small

Sei bereit, an dir, deiner Schreibe und deinem Buch zu arbeiten

Extrem wichtig ist dein Mindset! Um das Maximum aus dem Lektorat rauszuholen, solltest du bereit sein für die folgenden Herausforderungen:

  • Du möchtest dein Manuskript gemeinsam mit deiner Lektorin oder deinem Lektor intensiv überarbeiten.
  • Du bist bereit, Neues dazuzulernen – zum Beispiel über Rechtschreibung und Grammatik, aber auch über Formulierungen und die Sicht, die dein*e Lektor*in als Leser*in auf die Welt in deinem Buch hat.
  • Du nimmst die Tatsache an, dass du nicht alles weißt.
  • Du freust dich darauf, Feedback zu bekommen und anzuwenden.
  • Du möchtest noch einmal richtig viel Arbeit in dein Manuskript stecken, um es zum Glänzen zu bringen, und nicht nur „husch husch“ noch mal drübergehen.

Wenn du dir darüber bewusst bist, dass das Lektorat noch einmal viel Arbeit bedeutet, bist du bereit. Mit der nötigen Demut vor dem geschriebenen Wort und mit Respekt vor der Arbeit deiner Lektorin oder deines Lektors kannst du Änderungsvorschläge annehmen und umsetzen, ohne dich dabei schlecht zu fühlen. Du weißt, dass das Lektorat dir dabei hilft, das Beste aus deinem Buch rauszuholen und dass es eine Bereicherung für dich und deine Schreibe ist.

Du bist so weit, den „Senden“-Button ohne Angst zu drücken? Dann freue ich mich auf dein Manuskript!

Coaching-Tipp für mehr Selbstbewusstsein

Die Psychologin Dr. Katharina Stenger bietet das Onlinetraining „The Confident Introvert“ an. Sie hilft dir dabei, mehr Selbstbewusstsein zu erlangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.